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Schulsozialarbeit - Aus dem Schulleben nicht mehr wegzudenken

Auf dem Bild sind von links nach rechts abgebildet: Kathrin Modsching, Bereichsleitung Schulsozialarbeit bei Oberlin e.V. Ulm Amelie Henseler, Schulsozialarbeiterin am JHG, Elisabeth Merz, Verbindungslehrerin am JHG, Andrea Weber, Leitung öffentliche Einrichtungen bei der Stadt Blaubeuren, OStD'in Heidrun Fleischer, Schulleiterin JHG, Fynn Siebeneich, Schülersprecher am JHG

Allenthalben strahlende Gesichter, als am Nikolaustag die Stadt als Schulträger, das Joachim-Hahn-Gymnasium und den Oberlin e.V., eine evangelische Einrichtung für Jugendhilfe aus Ulm, ihre Kooperationsvereinbarung zur Schulsozialarbeit am Joachim-Hahn-Gymnasium unterschrieben. Die Schulsozialarbeit am JHG ist an den Oberlin e.V. delegiert, der auch die Schulsozialarbeit an Grund-, Real- und Blautopfschule verantwortet.

In der Kooperationsvereinbarung werden die Aufgaben der Schulsozialarbeit und die der Kooperationspartner beschrieben, Zuständigkeiten geklärt und die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen genau festgelegt. Alles „läuft Hand in Hand“, stellte Andrea Weber von der Stadtverwaltung zufrieden fest. Sie war zur Unterzeichnung in Vertretung von Bürgermeister Seibold erschienen. Heute „kann man sich die Schulsozialarbeit gar nicht mehr weg denken“, konstatierte Weber. Dabei liegen die ersten Anfänge der Schulsozialarbeit am Blaubeurer Joachim-Hahn-Gymnasium noch keine zehn Jahre zurück. Bis dahin herrschte auch in Blaubeuren der Eindruck, so etwas wie Schulsozialarbeit braucht es nur vielleicht an Brennpunktschulen. Unter dem Eindruck des Amoklaufs von Winnenden und rivalisierender Schülergruppen auch in Blaubeuren, kam es zu einem Umdenken. Auf Wunsch des Elternbeirates wurde die Stadt als Schulträger und namentlich vor allem auch Bürgermeister Seibold initiativ und installierte eine Schulsozialarbeit am Gymnasium.

Die Anfänge der Schulsozialarbeit am Gymnasium waren eher bescheiden mit einem Zeitumfang von 20 Zeitstunden pro Schuljahr. Heute ist die Sozialarbeiterin Amelie Henseler mit einem Dienstauftrag von 40% an das JHG und mit 35% an die Grundschule Blaubeuren abgeordnet. Angestellt ist sie bei Oberlin e.V., einer evnagelischen Jugendhilfeeinrichtung aus Ulm. Drei Mal in der Woche ist sie am Gymnasium und, wie sie feststellt, „sehr gut ausgelastet“. Alle drei Kooperationspartner, Schulträger, Schule und der Oberlin e.V., legen einen besonderen Wert auf eine gute und vernetzte Zusammenarbeit, so dass die Schulsozialarbeit nun ein integraler Bestandteil des Schullebens darstellt. Dies spiegelt sich auch gleich in der Präambel der Kooperationsvereinbarung wider, die mit den Worten beginnt: „Schule und Schulsozialarbeit arbeiten Hand in Hand zum Wohle der Kinder und Jugendlichen am Joachim-Hahn-Gymnasium“.

Die Aufgaben der Schulsozialarbeit wachsen mit jedem Jahr. Zentral ist natürlich die Einzelfallbetreuung. „Jeder kann in eine schwierige Situation kommen, sei es schulisch oder familiär oder innerhalb einer Klasse“, stellte Schulleiterin, Heidrun Fleischer fest. Schüler können dann ganz diskret während des Unterrichts zur Schulsozialarbeiterin gehen und sich dort einen Rat holen. Oder diese kann, weil gut vernetzt, auf weitere Hilfsangebote verweisen. Die Schulsozialarbeiterin steht unter Schweigepflicht, was „ein großer Schatz“ ist, wie Kathrin Modsching, Bereichsleiterin Schulsozialarbeit bei Oberlin e.V. feststellt.

Einmal installiert, entdeckt die Schule immer mehr Aufgabenbereiche, in der die Schulsozialarbeit wichtige Hilfen leisten kann. So werden auch Eltern und Lehrerinnen und Lehrer bei Schwierigkeiten mit einzelnen Kindern oder in der Klasse beraten. Ein großer Bereich der Schulsozialarbeit wurde in den letzten Jahren die Präventivarbeit. Probleme bearbeiten, bevor sie entstehen. So führen die fünften Klassen regelmäßig zusammen mit Lehrern und der Schulsozialarbeiterin so genannte „Klassenklimatage“ durch. Spielerisch werden Verhaltensweisen eingeübt, um z.B. dem Mobbing in Klassen präventiv zu begegnen. Ein guter Nebeneffekt der regelmäßgen Klassenklimatage ist, dass Amelie Henseler für die neuen Fünftklässler gleich ein bekanntes und vertrautes Gesicht ist. Die Schwelle zum Beratungszimmer wird dadurch gleich niedriger. Schülerinnen und Schüler nehmen das Angebot der Beratung mehr und mehr in Anspruch. Das liegt einerseits an der freundlichen und zugewandten Art von Amelie Henseler, hat aber wohl auch einen Grund darin, „dass die Schüler es schätzen, mit jemand im schulischen Bereich reden zu können, der sie nicht bewertet“, wie die Verbindungslehrerin am JHG, Frau Merz, feststellte.

Finanziert wird die Schulsozialarbeit durch die Stadt, den Kreis und das Land. Zurecht gab es bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung nur zufriedene Gesichter. Aber am Nikolaustag und vor Weihnachten darf man Wünsche äußern. Einer ist: Gerne noch etwas mehr Schulsozialarbeit, zum Wohl einer gesunden Schulgemeinschaft und Gesellschaft.

Lu 6.12.2018

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